Alpinkletterführer Vorarlberg
Überblick
Dieser Alpinkletterführer versammelt die besten langen Routen, die von Vorarlberg aus erreichbar sind, fächerartig über den Bregenzerwald, das Lechquellengebirge und hinein in klassisches Rätikon-, Silvretta- und Verwall-Gelände – mit sinnvollen Abstechern ins benachbarte Tirol, ins Allgäu und in die Ostschweiz. Das Ergebnis ist ein kompakter, hüttenorientierter Atlas vielfältigen alpinen Kalks und kristallinen Gesteins: graue Reibungsplatten, löchrige Platten, rauer Gneis und ausgedehnte Grate. Zu erwarten ist ein Mix aus gut gebohrten modernen Linien und traditionellen Prüfsteinen, die solide Skills im Legen mobiler Sicherungen verlangen.
Abdeckung und Aufbau
Der Band ist nach Massiv und anschließend nach Teilgebiet gegliedert und kombiniert Übersichtskarten mit Hüttenlogistik und Zustiegsoptionen. Ziele sind unter anderem:
- Bregenzerwald
- Lechquellengebirge (z. B. Spullerplatten, Roggalspitze, Rote Wand)
- Lech/Warth (Widderstein, Valluga-Sektor)
- Rätikon – Lüner See (Schesaplana, Saulakopf, Zimba)
- Rätikon – Lindauer Hütte (Drusentürme, Sulzfluh, Gelbeck)
- Silvretta (Hochmaderer, Groß-/Kleinlitzner, Madrisa)
- Verwall (Patteriol, Pflunspitzen)
Ein klarer Einleitungsteil erklärt den Vergleich der Bewertungsskalen, Absicherungsstile und die Topo-Legende. Ein hilfreicher Ausrüstungsteil stellt Friend-/Cam-Größen gegenüber – nützlich dort, wo die Bohrhaken ausdünnen.
Am Fels
Die Routenauswahl balanciert ehrwürdige Klassiker und moderne Ergänzungen. Beispiele wie die Ostwand der Roggalspitze und Sternauge zeigen den redaktionellen Ansatz: Wandhöhe, Gesamtlänge, Seillängen-Einzelbewertungen, obligatorische Schwierigkeiten und ehrliche Hinweise zur Absicherung. Der Führer beschönigt die Ernsthaftigkeit nicht: Er markiert, wo vollständige Racks und sichere Wegfindung essenziell sind (z. B. Rote Wand, Pöngertlekopf), lenkt aber ebenso Familien und Lernende zu freundlichen Zielen rund um die Ravensburger Hütte – inklusive eines Clean-Climbing-Lehrpfads und der Spullerplatten.
Bedienbarkeit und Gestaltung
Die schematischen Panico-Topos sind klar und konsistent, mit Bohrhaken- und Standplatzsymbolen, logischen Abseillinien und präzisen Abstiegsbeschreibungen. Hütten (Ravensburger, Freiburger, Tübinger, Saarbrücker, Darmstädter, Lindauer etc.) verankern die Logistik, und die auf amtlicher Kartografie basierende Kartierung macht die Planung unkompliziert. Bildstrecken bringen Charakter, ohne zu überladen, und Zugangshinweise benennen Praktisches wie Mautstraßenregelungen und Busoptionen.
Empfehlung
Für Kletternde, die Mehrseillängen-Vielfalt im äußersten Westen Österreichs suchen, ist dieser Führer ein Highlight: breit in der Abdeckung, verlässlich in den Topos und offen in Bezug auf Absicherung und Ernsthaftigkeit. Solide Fortgeschrittene bis Expertinnen/Experten holen am meisten heraus; Familien und neue Vorsteigerinnen/Vorsteiger schätzen die kuratierten Klettergarten-Kapitel nahe den Hütten. Ein Standard-Alpinrack gehört ins Gepäck – ebenso Appetit auf klassische Abenteuer wie auf gut gebohrte Genusskletterei.
Details
Leseprobe- Gewicht
- 555g
- Seiten
- 456
- Verlag
- Panico Alpinverlag