Boulderführer Alpen en bloc - Band 2: Österreich - Südtirol
Florian WenterUmfang und Abdeckung
Dieser zweite Band von Alpen en bloc konzentriert sich auf Österreich und Südtirol und verknüpft namhafte alpine Bouldergebiete und ruhigere lokale Perlen zu einem einzigen, roadtrip‑tauglichen Bogen. Gebiete:
- Silvapark, Kaunertal, Pitztal, Zillertal, Felbertauern, Maltatal, Saalachtal, Ober‑ & Niederösterreich
- Südtirol: Aufhofen, Gais, Pojen, Tobl, Schwarzbachalm, Algund
Die Auswahl balanciert große Namen mit abgelegenen Tälern und straßennahen Parcours und ist damit sowohl für Ziel‑Wochen als auch für opportunistische Zwischenstopps zwischen Bergtagen nützlich.
Aufbau und Kartierung
Das Layout ist klar und konsequent: Jeder Sektor beginnt mit Anfahrts‑ und Zustiegsbeschreibung, Parkhinweisen und einer Infoleiste auf einen Blick (Saison, Höhenlage, Exposition, Absprunggelände, Kinderfreundlichkeit und Zustiegszeit). Übersichtsskizzen verknüpfen die Sektoren; detaillierte Fototopos markieren Startgriffe und Linienverlauf mit unaufdringlichen Symbolen. Diagramme zur Schwierigkeitsverteilung und eine „Klassiker“-Auswahl helfen, bei Kurzbesuchen schnell Prioritäten zu setzen. Erschließer werden genannt („Haupterschließer“) – eine nette Geste für ethikbewusste Boulderer.
Am Fels
Das Beispielkapitel zu Zillertals Magic Place zeigt die Stärken des Buches: präzise Wegbeschreibung zu einer kleinen Flussinsel, ein Sicherheitshinweis zu Hochwasser, Hinweise dazu, wie schnell es trocknet, und die Boulder sind klar über die Blöcke eingezeichnet. Der Felscharakter wird knapp beschrieben (z. B. geformter Gneis mit positiven Leisten), und die Schwierigkeiten reichen von freundlichen 6ern bis zu harten 8ern; Traversen und Varianten sind dokumentiert statt lapidar abgetan. Diese Detailtiefe findet sich im ganzen Band wieder und gibt sowohl Erstbesuchern als auch Gradjägern genug an die Hand, um ganze Tage zu füllen, ohne zwischen Apps hin‑ und herzuhüpfen.
Praktisches und Zielgruppe
Zustiegszeiten, Hinweise zu Mautstraßen und Park‑Etikette sind klar benannt, was die Gefahr von Zugangsproblemen in sensiblen Tälern verringert. Die Fotografie ist funktional, aber einladend; sie zeigt Absprunggelände, Flussnähe und Baumbestand ebenso wie Bewegungen. Einziger Vorbehalt ist der physische Umfang: Es ist ein umfassender Feldführer und kein Taschenheft – also im Rucksack entsprechend Platz einplanen.
Fazit
Ein akribischer, praxistauglicher Boulderführer für Österreich und Südtirol, der große Zugpferde mit weniger bekannten Runden verbindet – präsentiert mit klaren Topos, smarten Piktogrammen und praxisnaher Logistik. Für reisende Boulderer und alpine Allrounder, die verlässliche Beta und eine breite Auswahl an Optionen wollen, ist dieser Band eine klare Empfehlung.
Details
Leseprobe- Gewicht
- 2350g
- Seiten
- 608
- Verlag
- Panico Alpinverlag