Kletterführer Hoch im Norden
Peter Brunnert, Arne Grage, Stephen GrageUmfang und Aufbau
Hoch im Norden ist ein umfassender Kletterführer zu den bekanntesten Klettergebieten Norddeutschlands, mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Ith und den umliegenden Kämmen. Die 3. Auflage erweitert das Verzeichnis um rund 200 neue oder wiederentdeckte Linien und nimmt den neuen Sandsteinbruch bei Garlebsen auf. Abgedeckt werden der Ith (Marienau bis Holzen), Kahlberg, Selter, Helleberg/Steinberg (Delligsen), Reuberg (Gerzen, Brunkensen), der Thüster Berg (inklusive Kanstein und Levedagsen), der Süntel (Hohenstein) sowie das Wesergebirge. Ein umfangreicher Einleitungsteil führt in die Benutzung des Führers ein (Sicherheit und Ethik, Naturschutz, Geschichte und Geologie), bietet eine kuratierte Top 100 und „Wohin‑gehen“-Tipps für Hitze, Kälte und andere Bedingungen.
Am Fels
Überwiegend handelt es sich um Kalkkletterei (der Ith und viele Nachbargebiete), ergänzt um ausgewählte Sandsteinspots wie Hohenstein und Garlebsen. Das Schwierigkeitsspektrum ist breit und einsteigerfreundlich: Lüerdissen führt beispielsweise 415 Routen mit einer starken Mischung von UIAA 3–7, Bisperode bietet 384 Routen von 3–9. Ältere Klassiker haben eher traditionellen Charakter – zahlreiche Routen erfordern zusätzliche mobile Sicherungen – daneben gibt es moderne, gut eingebohrte Sportklettereien. Die Autoren sind bei der Absicherung erfreulich klar: Wo kein „x“ eingezeichnet ist, muss selbst gelegt werden; Umlenker sind in der Regel vorhanden, und mehrere „Kursfelsen“ sind für Ausbildung und erste Vorstiege markiert.
Karten, Topos und Benutzerfreundlichkeit
Die Aufmachung ist hochwertig und praxisnah:
- Übersichtlich gestaltete Farbtopos mit Routenlinien, Sternen und Symbolen für Bohrhaken, mobile Sicherungen und Umlenker.
- GPS‑Koordinaten für Parkplätze und markante Formationen, gut lesbare Zustiegskarten sowie Übersichten zu den Gebieten mit Exposition, Wandhöhe, Routenzahl und Schwierigkeitsverteilung.
- Routenlisten enthalten häufig Erstbegehungsangaben und knappe Kommentare, die Humor mit nützlicher Beta verbinden.
- Saisonale und naturschutzrelevante Hinweise sind deutlich hervorgehoben (z. B. Greifvogelsperrungen in Lüerdissen vom 1. Februar bis 31. Juli), dazu Empfehlungen, welche Felsen je nach Wetterlage und Andrang am besten passen. Ein dreijähriger App‑Code für iOS/Android wurde in jüngeren Auflagen beigelegt; beim Kauf die aktuelle Gültigkeit prüfen.
Qualität und Besonderheiten
Herausragend ist die Verbindung aus umfassender Gebietskenntnis und lebendiger Schreibe. Das Sicherheitskapitel, die Naturschutzhinweise und die offenen Anmerkungen zu Hakenabständen spiegeln die Kletterkultur Norddeutschlands. Die historischen und geologischen Kapitel liefern Kontext, ohne das Buch aufzublähen, und die Top‑100‑ und „Pflichtprogramm“-Abschnitte erleichtern Besucherinnen und Besuchern die Planung.
Empfehlung
Für alle, die den Ith, den Kanstein, den Hohenstein, Brunkensen oder die weniger bekannten Kämme ansteuern, ist Hoch im Norden die All‑in‑one‑Ressource: akribische Topos, realistische Absicherungshinweise und durchdachte Zugangsinfos, verpackt in ansprechender Prosa. Ideal für Erstbesucher, die eine Woche abwechslungsreicher Felskletterei planen, und für Locals auf der Suche nach übersehenen Linien – nehmt ein leichtes Set mobiler Sicherungen mit, respektiert die Sperrungen und nutzt dieses tiefgehende regionale Porträt bestmöglich.
Details
Leseprobe- Gewicht
- 2400g
- Seiten
- 536
- Verlag
- Panico Alpinverlag