Kletterführer Lechtaler Alpen - plus Wolfebnerspitze & Sportklettern um Imst
Umfang und Aufbau
Dieser umfassende Kletterführer deckt das gesamte Lechtal und angrenzende Gebirgsgruppen ab und verbindet große alpine Wände mit talnahen Sportkletterspots. Das Buch ist in 11 farbcodierte Bereiche (A–K) gegliedert – vom Arlberg und der Parseiergruppe über das Obere Inntal, die Hütten Muttekopf und Steinsee, Gurgltal/Tschirgant, Hahntennjoch, Hanauer Hütte, die Hornbachkette (inkl. Wolfebnerspitze), das wilde Madautal bis hin zum Oberen Lechtal. Klare Kapiteleinleitungen skizzieren Zustieg, Saison und lokale Besonderheiten. Ein detailliertes Routenverzeichnis und eine Übersichtskarte in der hinteren Umschlagklappe machen die Tourenplanung intuitiv.
Die Topos sind aufgeräumt und modern, mit Foto-Overlays, Bewertungen, Seillängen und Abstiegshinweisen. Hochauflösende BEV-Karten 1:25.000 stehen neben Sektorübersichten, und vorne helfen Umrechnungstabellen zu Graden und Material, die lokalen Systeme zu verstehen. Ein Vorwort erläutert die wesentliche Erweiterung: die Einbeziehung der vom Lechtal aus erreichbaren Allgäuer Südseite sowie die Sportkletter-Neuzugänge bei Imst/Tschirgant.
Praxistauglichkeit am Fels
Für alpine Seilschaften bieten die Kapitel zur Steinseehütte, Muttekopfhütte und Hanauer Hütte einen klassischen Mix aus moderaten Dolomitgraten und langen Plattenrouten, während das Madautal (Freispitze, Heelzapfen, Rote Platte) für ernsthafte, oft verpflichtende Unternehmungen steht – mit klaren Hinweisen auf weite Hakenabstände. Der Abschnitt zur Wolfebnerspitze ist ein Highlight: Zahlreiche West- und Südrouten sind mit ehrlichen Absicherungstipps beschrieben – Bohrhaken an den Schlüsselstellen, ansonsten durchgehend Bedarf an Friends und Keilen – sowie mit praktischen Infos zur Hüttenlogistik (Materialseilbahn, Zustiegszeiten).
Sportkletterer finden rund um Landeck/Imst eine hohe Dichte: Burschlwand und Hasliwand bieten Mehrseillängen mit „klettergartenmäßiger“ Absicherung; die vielen Sektoren von Starkenbach sind seillängenweise aufbereitet, inklusive Hinweisen zu objektiven Gefahren (Helm im Amphitheater „Schöne und das Biest“ empfohlen) und ehrlichen Hinweisen zum Straßenlärm. Die Saisonempfehlungen sind präzise – sonniger, talnaher Kalk spielt im Frühjahr und Herbst seine Stärken aus; der Hahntennjoch-Pass ist im Winter gesperrt.
Abgedeckte Ziele
- Talnahe Klettergärten und Mehrseillängen: Burschlwand, Hasliwand, Starkenbach, Geierwand, Simmering, Lechschlucht, Café Uta.
- Alpine Stützpunkte: Steinseehütte (Parzinntürme, Steinkarspitze), Muttekopfhütte (Guggerköpfle, Hintere Platteinspitze), Hanauer Hütte.
- Hohe, abgelegene Wände: Freispitze, Heelzapfen, Rote Platte, Parseierwand.
- Allgäuer Südseite via Lechtal: Wolfebnerspitze, Urbeleskarspitze, Hermannskarspitze.
Fazit
Ein mit Bedacht erweiterter, praxiserprobter Führer, der abenteuerliches Alpinklettern mit zugänglichem Sportkalk verbindet, ohne die Risiken zu verklären. Kartografie, Fototopos und offene Absicherungshinweise machen ihn in anspruchsvollem Gelände verlässlich, während die große Bandbreite an Graden und Sektoren zu Wiederholungsbesuchen einlädt. Klare Empfehlung für Lechtal-Erstbesucher und für wiederkehrende Seilschaften, die sowohl Einsamkeit als auch viele gut gebohrte Klettermeter suchen.
Details
Leseprobe- Gewicht
- 800g
- Seiten
- 504
- Verlag
- Panico Alpinverlag