Guidebook Atlas

Buchdeckel für Alpinkletterführer Wilder Kaiser

Alpinkletterführer Wilder Kaiser

Markus Stadler

Übersicht

Dies ist ein gründlicher Alpinkletterführer für den Wilden Kaiser, der historische Prüfsteine der Region mit einer modernen, routenweisen Aktualisierung verbindet. Markus Stadler spielt die doppelte Identität des Gebirges aus: Dülfer-Routen und Wiessner-Rossi-Linien an großen Kalkwänden stehen neben beliebten, gut abgesicherten Mehrseillängen wie Via Classica oder König der Löwen. Das Ergebnis wirkt zugleich autoritativ und zeitgemäß und würdigt die Renaissance durch Sanierungen/Neu-Bolzungen und Neutouren.

Abdeckung und Aufbau

Das Buch ist nach Ausgangspunkten und Hütten gegliedert, was die Tourenplanung intuitiv macht. Wichtige Abschnitte umfassen:

In jedem Gebiet finden sich Zustiege (inklusive Hinweise zu öffentlichen Verkehrsmitteln), Hüttenlogistik und klar strukturierte Routenlisten, die vom klassischen Grat bis zu langen, steilen Wänden reichen. Die Ziele umfassen Sonneck, Treffauer, Ellmauer Halt, Fleischbank und Pfeiler, Predigtstuhl, Totenkirchl, Maukspitze, Westliche/Östliche Hochgrubachspitze, Lärcheck, Mitterkaiser und mehr.

Führung am Fels und Topos

Für einen alpinen Führer stechen Kartografie und Topos heraus: konsistente Symbolik, gut lesbare Linienzeichnungen, die auf Alpenvereins-Grundkarten referenzieren, sowie Routenregister, die Länge, Schwierigkeit und Exposition auf einen Blick vergleichbar machen. Historische Klassiker (Dülfer an der Fleischbank, Kopftörlgrat, Kirchlexpress, Pumprisse, „Des Kaisers neue Kleider“) stehen neben moderaten Publikumslieblingen und modernen, schweren Linien bis in den UIAA-X/XI-Bereich. Hinweise zur Absicherung sind ehrlich – auf vielen alpinen Routen ist „old-school“-Weite zu erwarten; das Buch kennzeichnet, wo ein leichter Satz Friends/Keile weiterhin essenziell ist.

Praktisches und Nutzbarkeit

Zustiegszeiten, Abstiegsoptionen und objektive Gefahren werden mit dem richtigen Detaillierungsgrad behandelt (z. B. Steinschlagwarnungen am Gamsängersteig; Zeitbedarf über die letzte Seillänge der Via Classica hinaus). Ernsthaftigkeitsbewertungen helfen Seilschaften, Gelände und Commitment richtig einzuschätzen. Die Fotografie inspiriert, ohne die Informationsgestaltung zu überdecken. Wo die schiere Routenfülle eine vollständige Aufnahme verhindert, verweist Stadler auf seine Website für ergänzende Topos – eine ehrliche, pragmatische Lösung.

Fazit

Ein akribischer, praxistauglicher Referenzführer, der in keine Alpinkletter-Ausrüstung fehlen sollte. Er balanciert Tradition und Moderne, deckt das Gebirge umfassend ab und liefert genug Nuancen zu Absicherung, Routencharakter und Logistik, um selbstbewusst von den Platten bei Scheffau bis in die großen Wände der Steinernen Rinne zu wechseln. Höchst empfehlenswert für Erstbesucher des Kaisers bis hin zu erfahrenen „Koasa“-Fans, die ambitionierte Kombinationen planen.

Details

Leseprobe
Gewicht
700g
Seiten
504
Verlag
Panico Alpinverlag