Guidebook Atlas

Buchdeckel für Kletterführer Allgäu

Kletterführer Allgäu

Achim Pasold, Marcus Lutz

Umfang und Aufbau

Die achte Auflage von Panicos Allgäu-Kletterführer führt die Allgäuer Alpen und die angrenzenden Tannheimer Gipfel in einem stimmigen alpinen Band zusammen. Sie ist um rund 80 Seiten gewachsen – ein Spiegel neuer Routenentwicklung und einer klareren Gliederung. Abgedeckt ist die erste Kalkkette oberhalb des Alpenvorlands, in Abschnitte gegliedert, nach denen Kletternde tatsächlich planen: Tannheimer Berge (Westkamm, Süd- und Nordwände), Vilsalpseeberge, Ostrachtal, Allgäuer Hochalpen, Mindelheimer Hütte, Kleinwalsertal und die Allgäuer Voralpen. Hinweis: Die Ammergauer Alpen sind in einen eigenen Führer ausgelagert; Lechtal-Routen werden andernorts behandelt.

Am Fels

Die Routenauswahl ist breit und für alpinen Kalk gut austariert: von klassischen ersten Mehrseillängen an Rote Flüh, Hochwiesler und Gimpel bis zu modernen Prüfsteinen wie Polarstern und Welcome to Tijuana. Die Schwierigkeiten reichen von leicht (III/IV) bis in den zweistelligen UIAA-Bereich; dazu gibt es je Route eine „E“-Ernsthaftigkeitsangabe und kurze Materialhinweise – hilfreich, wenn der Text daran erinnert, dass viele Linien „entschärft, aber nicht überbohrt“ sind. Fototopos und klare Strichzeichnungen sind präzise, mit Seillängenangaben, sinnvollen Standplätzen und Abstiegsmöglichkeiten (inklusive ausdrücklich beschriebenen Abseilpisten am Hochwiesler). Der Führer blickt zudem über die bekannten Hotspots hinaus: die Zwerchwand- und Schäfer-Plaisirsektoren, die Mixed-Spielwiesen (Aggenstein, Rubihorn, Widderstein) und lange Tagestouren wie Fuchskarspitze oder die elegante Schneck – oft wegen ihrer Form als „Cerro Torre des Allgäu“ bezeichnet.

Praktisches und Sicherheit

Zustiegskarten (auf BEV-Basis) und Hüttenlogistik sind eine Stärke. Die Wochenendtaktik wird klar beschrieben: Gimpelhaus unter den Tannheimer Südwänden; Prinz‑Luitpold‑Haus für die Ostrachtal-Klettereien, Tam‑Tam‑Wand und große Routen wie am Hochvogel. Der Führer weist mancherorts auf alternde Sicherungen hin (z. B. D’r Grind) und betont wiederholt die Notwendigkeit solider Abseiltechnik bei ausgesetzten Abstiegen. Hinweise zu Zustieg und Shuttle für Hinterstein–Giebelhaus, saisonale Öffnungen/Sperrzeiten und Empfehlungen lokaler Sicherheitsgruppen (z. B. Bergwacht) sind an den Kapitelköpfen integriert.

Fazit

Ein umfassender, praxistauglicher Begleiter zu den „ersten richtigen Bergen“ für Süddeutschland und Nordtirol. Er vereint Traditionsrouten und aktuellen Bohrhakenstandard, koppelt inspirierende Bildsprache mit praxisnahen Topos und hilft, große, sonnenorientierte Tage oder hüttenbasierte Wochenenden aneinanderzureihen. Ideal für Seilschaften, die den Schritt vom Sport- ins alpine Mehrseillängenklettern machen – und für starke Teams auf der Suche nach 7ern bis 9ern im makellosen Allgäukalk. Sehr empfehlenswert.

Details

Leseprobe
Gewicht
600g
Seiten
504
Verlag
Panico Alpinverlag